Transhumanismus/Posthumanismus

29. August 2009

Entmystifizierung des Geistes

Filed under: Rezension — Schlagwörter: , , — berndvo @ 21:16

HofstadterDer Kognitionswissenschaftler und Informatiker Douglas Hofstadter beschäftigt sich mit der Frage des menschlichen Ichs, des Bewusstseins und was eine Seele ist. Die Schwierigkeit des Themas liegt in der Natur der Sache. Es ist ein verständlich geschriebenes Buch, das für Viele zu einem besseren Verständnis des Bewusstseins führen wird und auch die Konsequenzen für unsere Ethik behandelt.

Douglas Hofstadter ist Professor für Kognitionswissenschaften und Informatik an der Indiana University in Bloomington und ist dort Leiter des „Center for Research on Concepts and Cognition“. Sein 1973 erschienenes Buch „Gödel, Escher, Bach“ ist ein Weltbestseller und wurde 1980 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Sein neues Buch mit dem Titel „Ich bin eine seltsame Schleife“ hat im Prinzip die gleiche alte philosophische Frage zum Thema: „Was ist der Mensch?“ oder etwas genauer, was ist ein Ich, was ist Bewusstsein oder was ist eine Seele? In seinem neuen Buch versucht er die Dinge noch allgemeinverständlicher darzustellen. Er vermeidet daher auch mathematische Formeln und verzichtet weitgehend auf Fachausdrücke. Dennoch dürfte die Verbindung zwischen Gödels Unvollständigkeitssatz der Mathematik und dem Selbstbewusstsein für die meisten Leser nur schwer nachvollziehbar sein. Dies liegt aber weniger an Hofstadters Darstellung, sondern mehr in der Natur der Sache.

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29. Juli 2009

Unterschied Mensch-Maschine, oder: was ist der Mensch?

Filed under: eigene Artikel — Schlagwörter: , , , , , , — berndvo @ 07:36

der Artikel wurde überarbeitet. Die neue Version steht hier:

https://transhumanismus.wordpress.com/2017/06/14/ist-der-mensch-eine-maschine/

 

 

Die Frage was eine Maschine von einem Menschen unterscheidet, scheint trivial zu sein. Ein Mensch lebt, eine Maschine ist tote Materie. Ein Mensch besteht aus organischem Material, eine Maschine aus Plastik und Metall. Ein Mensch kann denken, hat Bewusstsein und hat Würde. Alles Dinge, die eine Maschine nicht hat. Alles das ist richtig – noch! Aber was ist, wenn unsere Computer und ihre Programme immer intelligenter werden, wenn sie womöglich Bewusstsein entwickeln? Können wir für immer ausschließen, dass Maschinen etwas völlig anderes sind als Menschen?

Hier ist im Folgenden der gescheiterte Versuch beschrieben, einen prinzipiellen Unterschied zwischen Mensch und Maschine herauszufinden, der für alle Zeiten Bestand hat. Die Thesen und deren Widerlegung sind:

1.) Menschen bestehen aus organischem Material, Maschinen bestehen aus anorganischem Material.

Hier stellt sich die Frage, ob das überhaupt ein Unterschied ist, der von Bedeutung ist. Davon abgesehen können wir inzwischen Menschen mit künstlichen Gliedmaßen, künstlichen Organen und sogar künstlichen Sinnesorganen (z.B. Cochlear-Implantate) ausstatten. Sind diese „reparierten“ Menschen noch Menschen? Ab welchem Anteil anorganischer Materie ist das nicht mehr der Fall? Auf der anderen Seite finden auch durchaus organische Materialien Anwendung bei Maschinen und sogar bei Computern. So werden bereits digitale Signalprozessoren auf DNA-Basis diskutiert. Silizium ist als Basismaterial für Computerchips nicht für alle Zeiten festgelegt. Für die Zukunft werden durchaus auch andere Materialien diskutiert, wie z.B. Galliumarsenid (GaAs), Indiumphosphit (InP), Nanoröhren aus reinem Kohlenstoff usw.

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