Transhumanismus/Posthumanismus

25. Juli 2009

Tod und Wiedergeburt aus Sicht der Naturwissenschaften

Filed under: eigene Artikel — Schlagwörter: , — berndvo @ 14:41

von Bernd Vowinkel

Zunächst sei ausdrücklich vermerkt, dass es sich bei diesem Beitrag nicht um eine wissenschaftliche Theorie handelt, sondern um eine Spekulation, die allerdings für sich in Anspruch nimmt, die Naturgesetze nicht völlig auf den Kopf zu stellen. Als Wissenschaftler sehen wir uns im Gegensatz zu den Religionsvertretern nicht im Besitz absoluter Wahrheiten. Nun wird allerdings von Atheisten häufig die vermeintliche Erkenntnis, dass nach dem Tod nichts mehr kommt, als absolute Wahrheit verkauft. Dem möchte ich mit diesem Beitrag entgegenwirken, denn sie ist eben auch nur eine Glaubensaussage und keine absolute Wahrheit und wir sollten an dieser Stelle offen bleiben für gute Argumente.

Eine eher materialistisch geprägte Weltsicht scheint die These,  dass der Tod das absolute Ende des eigenen Ichs bedeutet, zu bestätigen, denn wie sollte es im Rahmen der Naturgesetze möglich sein, wiedergeboren zu werden? Dass die Dinge nicht ganz so einfach sind, wie die meisten sich das denken, sollen die folgenden Überlegungen zeigen.

Aus Sicht der Naturwissenschaften und der modernen Hirnforschung ist das Gehirn ein informationsverarbeitendes System. Die Schaltelemente sind dabei die Nervenzellen im Gehirn (Neuronen). Wir besitzen etwa 100 Milliarden davon. Die Information wird im Wesentlichen in den Synapsen gespeichert. Die Synapsen verkoppeln die Neuronen miteinander. Im Durchschnitt hat jede Hirnzelle etwa zehntausend Verbindungen zu anderen Hirnzellen. Die Informationsspeicherung geschieht über die elektrische Leitfähigkeit der Synapsen. Dazu spielt die Form der Synapsen und die Konzentration von Neurotransmitterstoffen in den Synapsen eine entscheidende Rolle. Bei einem Herzstillstand oder einer sonstigen Unterbrechung der Blutversorgung, sterben die meisten Hirnzellen innerhalb von etwa zehn Minuten ab. Die gespeicherte Information ist damit endgültig verloren. Damit ist dann auch alles das, was die Person ausmacht, endgültig verloren. Festgestellt werden kann dieser so genannte Hirntod durch ein Elektroenzephalogramm (EEG). In der Zukunft wird es vielleicht einmal die Möglichkeit geben, die gesamte Information des Gehirns vor oder unmittelbar nach dem Tod auszulesen und so die Person und ihr Ich zu retten, aber im Moment ist das noch Spekulation.

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